Heute ist der 8.05.2026 und, wie es der Zufall so will, sind die Gespräche über die Zukunft des Flughafens Berlin Brandenburg (IATA: BER) wieder in aller Munde. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach von der SPD bringt frischen Wind in die Debatte und fordert mehr interkontinentale Flugverbindungen. Na endlich, könnte man sagen! Momentan starten am BER gerade mal acht Langstreckenverbindungen – ein Witz im Vergleich zu den über 100 Verbindungen in Frankfurt und rund 60 in München. Wo bleibt da die Wettbewerbsfähigkeit?

Crumbach hat recht, wenn er betont, dass die Bundesregierung hier in der Pflicht steht. Es geht schließlich nicht nur um die Luftfahrt, sondern auch um die wirtschaftlichen Chancen der Region. Weniger Direktverbindungen bedeuten weniger Möglichkeiten für Unternehmen und häufig auch höhere Preise für Reisende. Ryanair hat ja schon angekündigt, die Hälfte ihres Flugangebots am BER zurückzufahren und gleich die Basis zu schließen. Und das nur wegen der angekündigten Gebührensteigerung von zehn Prozent zwischen 2027 und 2029. Man fragt sich, ob das wirklich der richtige Weg ist, die Fluggäste zu bedienen.

Flughafen mit Potenzial

Der Flughafen selbst bedient immerhin 167 Zielorte in 52 Ländern – das klingt schon mal gut. Aber wenn wir ehrlich sind, es ist nicht genug. Die Nachfrage nach Langstreckenflügen ist da, das haben die Sprecher der Industrie- und Handelskammer auch schon festgestellt. Nur fehlt es an Airlines, die bereit sind, neue Verbindungen aufzubauen. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) kann sich nicht um alles kümmern, schließlich müssen auch die Angebote der Fluggesellschaften kommen. Ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden muss.

Die Situation wird durch die Tatsache nicht besser, dass innerhalb von 500 Meilen (800 km) nur ein paar Inlandsflüge angeboten werden. Da sind Kopenhagen, Frankfurt, München, und ein paar andere Platzhirsche, aber das war’s dann auch schon. Wer also von Berlin aus nach New York oder Toronto fliegen möchte, muss sich auf einen Langstreckenflug einstellen, der in der Regel viel teurer ist als Flüge von anderen großen Flughäfen. Irgendwie frustrierend, oder?

Die Konkurrenz schläft nicht

Was uns zum nächsten Punkt bringt: die anderen Flughäfen in der Umgebung. Leipzig und Dresden sind zwar nicht allzu weit weg, klingen aber auch nicht wirklich nach einer tollen Alternative, wenn man an internationalen Flügen denkt. Übrigens, der längste Direktflug ab Berlin geht nach Peking und dauert etwa 9 Stunden – da kann man sich schon mal fragen, ob das alles so optimal ist. Und was ist mit den beliebten Zielen? Palma de Mallorca, Istanbul oder Dubai sind zwar schön, aber was ist mit den echten Fernzielen? Die sind für viele einfach unerreichbar.

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Am Ende bleibt die Frage, wie es weitergeht. Der Flughafen ist ein wichtiges Tor zur Welt, und es wäre schade, wenn sich die Region nicht weiterentwickeln kann, nur weil die Flugverbindungen nicht ausreichen. Auf jeden Fall bleibt das Thema spannend und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Dinge entwickeln. Vielleicht gibt es ja bald mehr Flüge, die uns in die Ferne entführen. Wer weiß das schon…