Heute ist der 30.05.2026 und wir werfen einen Blick auf ein spannendes Event, das kürzlich in Potsdam stattfand. Die IHK Potsdam, eine von 79 Kammern in Deutschland und das Herzstück für über 83.000 Industrieunternehmen in der Region, öffnete ihre Türen für eine Gruppe von Studierenden, die mehr über die Herausforderungen in der Verkehrspolitik und Unternehmensnachfolge erfahren wollten. Barbara Nitsche, die Fachbereichsleiterin für Interessenvertretung, war mit vollem Elan dabei und erklärte, wie facettenreich die Arbeit der IHK ist. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf, gemeinsame Interessen zu erkennen, zu bündeln und diese gegenüber Politik und Verbänden zu vertreten. Dabei spielt die EU eine zentrale Rolle: Rund 70 % der Wirtschaftsgesetze, die auch Logistikunternehmen betreffen, werden in Brüssel verhandelt.
Sandra Zwick, Referentin für Europapolitik und Außenwirtschaftsförderung bei der DIHK, war digital zugeschaltet und sprach über die Bedeutung von Wirtschaftsbelangen in Gesetzesvorlagen. Es war ein lebendiger Austausch – Pascal Hoyer, Referent für Verkehrspolitik und Logistik, hob die enge Verbindung zwischen Verkehrspolitik und Wirtschaftspolitik hervor. Ein konkretes Beispiel dafür ist der Ausbau der Bundesstraße 96, ein Infrastrukturprojekt, das seit 2004 im Gange ist und für 340.000 Menschen und über 20.000 Unternehmen von Bedeutung ist. Hierbei lernen die Studierenden auch die Abläufe von Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren kennen, die für künftige Projekte unverzichtbar sind.
Die Herausforderung der Unternehmensnachfolge
Ein weiterer wichtiger Punkt, den Luise Böttcher, Projektmanagerin für Unternehmensnachfolge, ansprach, war die Thematik rund um die Nachfolge von Unternehmen. Etwa 24.000 Firmen im Kammerbezirk haben Geschäftsführer, die älter als 55 Jahre sind. In den nächsten 10 bis 15 Jahren stehen viele Geschäftsübergaben an. Die Übergabe eines eigenen Betriebs ist eine komplexe Angelegenheit – die größte Herausforderung? Ein qualifizierter und geeigneter Nachfolger muss gefunden werden. Das ist oft leichter gesagt als getan.
Die Handwerkskammer Potsdam bietet daher umfassende Betriebsnachfolgeberatung an. Diese ist ein zentraler Schwerpunkt ihres kostenfreien Beratungsservices. Betriebsberater, die echte Experten auf ihrem Gebiet sind, unterstützen bei grundlegenden Fragen zur Betriebsführung, der Festlegung des Kaufpreises und der Unternehmensbewertung, der Finanzierungsplanung und der Umsetzung des Unternehmenskonzepts nach der Übergabe. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass die Übernahme eines bestehenden Betriebs innovative, nachhaltige und zukunftsorientierte Planung erfordert.
Ein Blick in die Zukunft der Unternehmensnachfolge
Doch die Herausforderungen sind groß. Laut dem DIHK-Report wird die Unternehmensnachfolge 2025 zu einer der größten Strukturfragen im deutschen Mittelstand. Der Druck wächst, da immer mehr Unternehmer aus Alters- und Belastungsgründen ihre Betriebe abgeben wollen. Gleichzeitig wird der Mangel an geeigneten Nachfolgern zur echten Problematik. 2024 wurden fast 10.000 Beratungen mit abgabewilligen Unternehmen durchgeführt – das ist ein Plus von 16 %! Dennoch stehen 5.620 Betrieben keine Nachfolgeinteressenten gegenüber. Das ist alarmierend.
Einige Alt-Inhaber, die aufhören wollen, 72 %, tun dies aus Altersgründen. Aber es gibt auch viele, die sich in einer finanziellen Zwickmühle befinden – 40 % der Übernahmeinteressierten berichten von Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Auch die Tatsache, dass nur 25 % der Interessierten Frauen sind, lässt darauf schließen, dass hier noch viel Potenzial ungenutzt bleibt. Frauen machen bei Gründungen über 40 % aus, da könnte man doch denken, dass hier mehr gehen müsste, oder? Die IHKs arbeiten bereits an Programmen, um mehr weibliche Nachfolgerinnen zu gewinnen.
Es gibt viel zu tun, und die Herausforderungen sind vielfältig. Aber mit der richtigen Unterstützung und einem klaren Plan können viele dieser Hürden überwunden werden. Die Zukunft der Unternehmensnachfolge im deutschen Mittelstand erfordert Kreativität, Entschlossenheit und eine gute Portion Mut. Und wer weiß – vielleicht macht genau das den Reiz der Selbstständigkeit aus.