Heute ist der 7.05.2026 und Potsdam zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Sonne blitzt durch die Bäume, während die ersten Wasserfreunde in den Strandbad Babelsberg strömen. Das Wasser glitzert verlockend, doch bevor man sich ins kühle Nass stürzt, sollten wir uns mal die Arbeit der Wasserwacht ins Gedächtnis rufen – diese ehrenamtliche Gemeinschaft des Deutschen Roten Kreuzes ist ein echter Segen für alle Wassersportler und Schwimmer.
Die Wasserwacht hat sich nicht nur der Verhinderung von Ertrinkungsunfällen verschrieben, sondern bietet auch Schwimmkurse an, bildet Rettungsschwimmer aus und kümmert sich um die Sicherheit der Badegewässer. Ganz zu schweigen vom Natur- und Umweltschutz! Was viele nicht wissen: Es gibt sogar eine spezielle Tauchergruppe für Einsätze unter Wasser. Hier in Potsdam, wo wir von Seen und der Havel umgeben sind, ist das ein großes Einsatzgebiet. 80 Ehrenamtliche geben alles und haben im vergangenen Jahr über 11.440 Stunden für unsere Sicherheit im Wasser geleistet – das sind fast 6000 Stunden in Strandbädern und Wasserrettungsdienst! Respekt!
Die Herausforderung der Rekrutierung
Trotz dieser beeindruckenden Zahlen hat die Wasserwacht mit einem Problem zu kämpfen: Die Rekrutierung von Ehrenamtlichen, besonders bei Jugendlichen, gestaltet sich als schwierig. Oft brechen junge Leute ihr Engagement ab, weil Studium, Beruf oder Familie dazwischenkommen. Dabei wäre es doch so wichtig, gerade in der heutigen Zeit, ein Auge auf die Sicherheit im Wasser zu haben! Viele Eltern melden ihre Kinder zwar für Schwimmkurse an, aber die Wartelisten sind lang und das ist nicht gerade ein Zeichen für einen Überfluss an Rettungsschwimmern.
Ehrenamtliche haben die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung, und die Ausbildung zum Rettungsschwimmer ist eine Breitenausbildung, die sich echt lohnt. Um das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen zu erlangen, braucht man nicht viel – eine Grundkondition reicht in der Regel, um die 16 Schulstunden dauernde Ausbildung zu absolvieren. Die Voraussetzung? Ein Erste-Hilfe-Kurs, der nicht älter als drei Jahre ist. Das klingt doch machbar, oder?
Schwimmen mit Verstand
Die Wasserwacht bietet nicht nur eine solide Ausbildung, sondern auch wichtige Ratschläge für Wassernutzer. Zum Beispiel: niemals in Schifffahrtsrinnen fahren, Baderegeln beachten und nicht allein schwimmen. Im Notfall muss auch nicht lange gefackelt werden, einfach 112 anrufen! Und auch wenn die Anzahl der Notfälle nicht gestiegen ist – Leichtsinn bleibt ein Problem. Typische Fehler sind Selbstüberschätzung, Überhitzung und auch Alkohol. Ein bisschen gesunder Menschenverstand kann hier Wunder wirken.
Ein persönlicher prägender Moment für viele Mitglieder war das Hochwasser 2002 in Dresden. Das hat gezeigt, wie wichtig die Wasserwacht ist und wie sehr man sich auf diese „roten Engel auf dem Wasser“ verlassen kann. In der Vorbereitung auf die Saison stehen Fortbildungen, regelmäßiges Training und die Wartung von Booten und Material auf dem Programm. Die Wünsche für die kommende Saison? Gutes Wetter, ein gelungener Bootskorso und eine ruhige Saison.
Schließlich ist die Wasserwacht mehr als nur ein Rettungsdienst. Sie ist ein Teil unserer Gemeinschaft und freut sich immer über Unterstützung und Spenden. Wenn du also das nächste Mal am Wasser bist, denk daran, wie viel Arbeit und Herzblut in der Wasserwacht steckt. Vielleicht findest du ja auch einen Weg, das Team zu unterstützen oder selbst ein Teil dieser wichtigen Aufgabe zu werden – es könnte der Anfang eines neuen Abenteuers sein.