In Potsdam tut sich wieder was in der Kulturpolitik! Die Stadt hat den Beteiligungsprozess zur kulturpolitischen Strategie aufgenommen und plant dafür gleich vier Bürgerforen im Mai 2023. Wer Lust hat, sich einzubringen und darüber nachzudenken, wie die Kultur in Potsdam zwischen 2025 und 2030 gefördert werden soll, hat die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Die Termine sind gesetzt: Am 12. Mai im Stadtteilladen Bornstedt, am 20. Mai im Bürgerhaus Stern-Zeichen, am 26. Mai im AWO Kulturhaus Babelsberg und am 27. Mai im Hannah-Arendt-Gymnasium. Alle Veranstaltungen finden zwischen 17 und 19 Uhr statt, und die Anmeldung ist zwar möglich, aber nicht zwingend notwendig – also einfach vorbeikommen!

Die kulturpolitische Strategie wird seit mehreren Jahren entwickelt – eine echte Herkulesaufgabe! Im Jahr 2022 haben über 100 Kreative an einem mehrmonatigen Verfahren mitgewirkt, um Handlungsfelder bis 2030 zu formulieren. Rund um die Dialogkonferenz im März 2023 haben 90 Kulturakteure konkrete Ziele und Maßnahmen erarbeitet. Dabei stehen Themen wie Internationalität, Kultur- und Kreativwirtschaft, kulturelle Bildung und Teilhabe sowie kulturelles Erbe im Vordergrund. Es wird sogar über die Etablierung eines spartenübergreifenden Festivals nachgedacht! Das klingt nach einer aufregenden Zukunft für die Kulturszene in Potsdam.

Bürgerbeteiligung als Schlüssel

Der Beigeordnete Torsten Wiege hat betont, wie wichtig die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger in der Kultur ist. Es ist kein Geheimnis, dass kulturelle Teilhabe ein Menschenrecht ist und zum Alltag jedes Einzelnen gehört. Doch in Deutschland wird Kultur oft als etwas Hochkulturelles gesehen, das hauptsächlich von Akademikern und sozial besser Gestellten genutzt wird. Dabei gibt es drei Formen der kulturellen Teilhabe: das Publikum und die Rezipient:innen, die aktiven Teilnehmenden als Amateure oder Hobbykünstler:innen und die partizipative Mitbestimmung über kulturelle Angebote. Die Mischung macht’s!

Kulturelle Bildung ist nicht nur ein Ziel, sondern auch eine Voraussetzung für den Zugang zu komplexeren Kunstformen. Wer sich also fragt, warum er oder sie sich einbringen sollte – es geht um Bildungsgerechtigkeit, soziale Integration und das Mitgestalten unserer Gesellschaft. Spannend ist auch, dass kulturelle Teilhabe als ein wichtiger Baustein für die Sicherung der Demokratie gesehen wird. Es gibt zwar sinkende öffentliche Budgets, aber das Bewusstsein für die Bedeutung der Kultur wächst.

Ein Blick in die Zahlen

Eine Forsa-Befragung zeigt, dass 92% der Bevölkerung Musik hören, 85% Filme oder Serien schauen und 61% Social Media nutzen. Aber die Zahlen werden schnell ernüchternd, wenn es um aktive Teilhabe geht: Nur 8% spielen ein Musikinstrument und gerade mal 1% steht auf der Bühne – das ist schon ein bisschen traurig. Bildung spielt hier eine große Rolle; wer aus einem akademischen Elternhaus kommt, hat oft mehr Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten. Aber was ist mit den anderen?

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Die Diskurse rund um kulturelle Teilhabe betonen immer wieder Chancengerechtigkeit und Diversität. Es gibt schon Programme wie „Jedem Kind ein Instrument“ und „Kulturagenten für kreative Schulen“, die darauf abzielen, kulturelle Bildung für alle zugänglich zu machen. Inklusion und der Abbau von Barrieren sind zentrale Themen in den Kulturorganisationen. Schließlich soll jeder die Möglichkeit haben, an der kulturellen Gestaltung teilzuhaben.

Die digitale Wende

Und dann kommt noch die Digitalisierung ins Spiel. Sie bringt neue Zugänge, birgt aber auch Risiken wie Isolation. Kulturelle Teilhabe kann die soziale und politische Teilhabe fördern und Empathie entwickeln – das ist besonders wichtig in unserer heutigen Zeit. Die Frage bleibt: Wie können wir all diese Aspekte in Potsdam miteinander verknüpfen? Die Bürgerforen bieten eine großartige Gelegenheit, darüber nachzudenken und gemeinsam Lösungen zu finden.

Die Ergebnisse dieser Beteiligungsphase fließen in die Ausarbeitung der kulturpolitischen Strategie ein. Es ist also der perfekte Moment, um seine Meinung einzubringen und aktiv an der kulturellen Zukunft Potsdams mitzuarbeiten. Wer weiß, vielleicht wird das nächste große Kulturereignis in der Stadt ja aus diesen Foren hervorgehen!