In Brandenburg herrscht momentan ein regelrechter Sanierungsstau an den Hochschulen, der nicht nur die Lehrenden und Studierenden betrifft, sondern auch die gesamte Infrastruktur auf dem Prüfstand steht. Vor allem die Universität Potsdam, die mit ihrem beeindruckenden Campus am Neuen Palais, der sogar Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, glänzt, aber hinter der Fassade brodelt es gewaltig. Hier wird ein dreistelliger Millionenbetrag für Sanierungen, Neubauten und Nachrüstungen benötigt. Das klingt erst einmal nach viel Geld – und das ist es auch! Die Herausforderung ist, woher das alles kommen soll.

Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) hat ihren Sanierungsbedarf auf etwa 30 Millionen Euro geschätzt. Ein stattlicher Betrag, der für die Modernisierung des Hauptgebäudes, das bereits 1907 eingeweiht wurde, eingeplant ist. Auch hier ist die Lage ernst, denn das alte Gemäuer braucht neue Rohre, Leitungen und eine zeitgemäße Gebäudeleittechnik. Und während die Viadrina noch mit einer soliden Schätzung daherkommt, ist die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) in einer eher unklaren Situation. Der Sanierungsbedarf betrifft vor allem die älteren Gebäude und technischen Anlagen, doch eine belastbare Kostenschätzung kann die BTU bislang nicht abgeben. Das lässt Raum für Spekulationen und Unsicherheiten, was die Planungen betrifft.

Schwierige Bedingungen an der TU Berlin

Die Technische Universität Berlin (TU) ist in einer noch schwierigen Lage. Hier wurden gravierende bauliche Mängel festgestellt, die nun dazu führten, dass das Hauptgebäude Anfang Mai geschlossen werden musste. Ein Schock für die Hochschule, denn das betrifft etwa 350 Lehrveranstaltungen pro Woche! Das zeigt, wie schnell es gehen kann, bis sich die Probleme zu einem echten Krisenszenario entwickeln. Wenn selbst die großen Institutionen so kämpfen, was sagen wir dann über die kleinen?

Die Sicherheitsstandards und die Funktionsfähigkeit der Hochschulen stehen an oberster Stelle. Es ist nicht nur eine Frage der ästhetischen Anmutung der Gebäude, sondern vor allem eine Frage der Sicherheit. Wenn Studierende und Lehrende sich nicht mehr in ihren Räumen wohlfühlen können, leidet die Kreativität und damit auch die Innovationskraft. Der jährliche Bauunterhalt des Landes beträgt rund 300.000 Euro und wird für substanzerhaltende Maßnahmen verwendet – das klingt nach wenig, wenn man die Dimensionen des Problems betrachtet.

Der Ruf nach finanzieller Unterstützung

Die Hochschulen müssen dringend auf die politischen Entscheidungsträger zugehen. Es wird ein Gesamtfinanzierungsbedarf von mindestens 90 Milliarden Euro für die Hochschulinfrastruktur geschätzt! Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fordert eine Schnellbauinitiative mit 38 Milliarden Euro für die dringendsten Bau- und Sanierungsbedarfe. Und das ist noch nicht alles: eine dauerhafte Finanzierungsarchitektur von mindestens 52 Milliarden Euro für Sanierung und Instandhaltung ist unerlässlich. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen überarbeitet werden, um die Projekte zügig voranzutreiben. Denn das, was wir jetzt erleben, ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Zeit und der Entschlossenheit, etwas zu ändern.

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Die Situation in Brandenburg ist also alles andere als rosig. Hochschulen spielen eine zentrale Rolle in Bildung, Innovation und Fortschritt. Doch wenn die Gebäude zerfallen oder nicht mehr wettbewerbsfähig sind, kann das nicht lange gut gehen. Ein Zukunftspakt „Transformative Hochschulen“ könnte hier eine Lösung bieten und eine dauerhafte Finanzierung des Hochschulbaus sicherstellen. Bund und Länder sollten jährlich 2,6 Milliarden Euro für die nächsten zehn Jahre bereitstellen, um die Hochschulen auf einen zukunftsfähigen Stand zu bringen. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung!