Alarmstufe Rot für Bienen: Amerikanische Faulbrut bedroht Gallun
In Gallun, einem kleinen Ort im Landkreis Dahme-Spreewald, hat die Amerikanische Faulbrut Einzug gehalten. Am 13. Juli wurde in einem Bienenvolk dieser gefürchtete Krankheitserreger, das Bakterium Paenibacillus larvae, nachgewiesen. Um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, wurde sofort ein Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer rund um den betroffenen Standort eingerichtet. Das klingt dramatisch? Ist es auch! Und das nicht ohne Grund: Die Amerikanische Faulbrut ist eine ansteckende Bienenseuche, die in den letzten Jahren deutschlandweit für erhebliche Bienenverluste verantwortlich war.
Innerhalb des Sperrbezirks sind nun alle Bienenvölker amtlich zu untersuchen. Imker, die ihre Bienen im betroffenen Bereich halten, sind verpflichtet, regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Auffälligkeiten müssen umgehend gemeldet werden, und das Entfernen von Bienenvölkern oder Waben ist untersagt. Wer denkt, das klingt nach viel Bürokratie, der hat nicht unrecht. Aber letztlich geht es hier um den Schutz der gesamten Population. Das betroffene Bienenvolk muss sogar getötet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Maßnahmen sind bis mindestens Mitte September angesetzt, und die Aufhebung des Sperrbezirks ist nur möglich, wenn erneute Untersuchungen keine Erreger nachweisen.
Ein ernstes Problem für die Imker
Die Amerikanische Faulbrut ist für Menschen ungefährlich, dennoch macht sie vielen Imkern das Leben schwer. Denn die Krankheit befällt ausschließlich die Larven und die Brut eines Bienenvolkes. Die Sporen sind sehr widerstandsfähig und können über Jahre hinweg infektiös bleiben. Die Übertragungswege sind vielfältig: Sei es durch den Austausch von Bienenmaterial, die Räuberei unter Bienenvölkern oder sogar über Handelshonige, die mit den Sporen kontaminiert sein können. Das macht die Bekämpfung der AFB zu einer echten Herausforderung. Trotz umfangreicher Maßnahmen konnte die Seuche bis dato nicht eingedämmt werden.
Ein weiteres Problem ist, dass viele Imker nicht routinemäßig Laboruntersuchungen vornehmen, um ihre Völker zu testen. Die Pflicht, klinische Symptome anzuzeigen, existiert zwar, aber oft ist der beste Zeitpunkt zur Bekämpfung bereits verpasst. Flächendeckende labordiagnostische Untersuchungen wären wünschenswert, um infizierte Völker frühzeitig zu identifizieren. Im Fall von Gallun sind die Imker und Bienenhalter zur Duldung und Mitwirkung bei der Bekämpfung verpflichtet. Das bedeutet, dass beauftragte Personen Grundstücke und Transportmittel betreten dürfen, um die notwendigen Untersuchungen durchzuführen.
Was können Imker tun?
Imker, die in der Nähe des Sperrbezirks arbeiten, müssen besonders wachsam sein. Es empfiehlt sich, Bienenvölker oder Ableger nur nach vorheriger Laboruntersuchung und mit amtlichem Gesundheitsattest zu kaufen oder zu verkaufen. Wer sich unsicher ist, sollte sich an die zuständigen Veterinärbehörden wenden und im Zweifelsfall lieber einen Schritt zurücktreten. Das klingt nach einer Menge Vorsicht, aber in Anbetracht der Umstände ist es einfach notwendig. Schließlich sind die kleinen, emsigen Wesen für unser Ökosystem und die Landwirtschaft von unschätzbarem Wert. Und das sollte uns allen am Herzen liegen.
Die Amerikanische Faulbrut ist also nicht nur ein Problem für die Bienen, sondern betrifft uns alle. Wenn wir die Ursachen nicht bekämpfen, können die Folgen gravierend sein. In diesem Sinne, liebe Imker und Bienenfreunde, bleibt aufmerksam und lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese kleinen Wunderwerke der Natur weiterhin in unseren Gärten und auf unseren Feldern summen!
